Myratha – eine Welt zwischen Magie, Handwerk und Geschichte
Myratha ist eine Welt voller Magie, doch sie ist keine grenzenlose Kraft – sie ist ein Werkzeug, eine Kunst, eine Gabe. Manche nutzen sie bewusst, andere leben neben ihr, und einige formen sie mit Wissen und Erfahrung zu etwas Größerem. Fünf Völker bewohnen Myratha, jedes mit seiner eigenen Kultur, Geschichte und Lebensweise:
Klirn – das Technikvolk: klein, flink und ideenreich. Sie tüfteln, bauen und erschaffen mit unermüdlicher Neugier.
Lunari – die Waldgeborenen: verbunden mit der Natur, wachsam und weise. Sie spüren die Veränderungen der Welt und leben im Einklang mit ihr.
Korlok – das Bärenvolk: kräftig wie die Berge, mit breiten Schultern, zähem Pelz und der Gelassenheit eines Bären. Sie leben in Clans, tragen ihre Geschichte weiter und verteidigen ihre Traditionen mit Ehre.
Menschen – das junge Volk: vielgestaltig, suchend, ständig im Wandel. Sie erkunden die Welt, lernen, erschaffen und schreiben ihre eigene Geschichte.
Thalrakar – das Händlervolk: schlau, entschlossen und mit Instinkt für Wertvolles. Sie sind Händler, Seefahrer, Strategen und folgen dem Ruf des Meeres.
Magie durchdringt alles, doch sie muss erlernt und gemeistert werden. Manche formen sie in magisch-technischen Werkzeugen, andere lassen sie durch ihre Bindlinge fließen – magische Begleiter, die ihre Kräfte verstärken. Wandler verwandeln sich in ihre Seelengestalten oder studieren Tiere, um ihre Wandelgestalt zu meistern. Rufer kommunizieren mit ihren Ahnengeistern Doch selbst die Mächtigsten müssen arbeiten – jede Gabe dient einem Zweck, jeder trägt Verantwortung. Myratha ist kein Märchen, sondern eine lebendige Welt, in der jeder seinen eigenen Weg sucht.
✦ Die Legende von Myratha ✦
Ein Funke in der Schwärze des Universums. Er flackerte. Bettete sich in den Raum, umhüllte sich mit Zeit. Wurde größer. Mächtiger.
Staubkörner sammelten sich um ihn, wirbelten, kreisten, verschmolzen, banden sich aneinander, tanzten um einen wachsenden Kern.
Und etwas wuchs. Nahm Gestalt an.
Berge schoben sich aus dem Gestein, formten Gebirge und Täler, Flüsse schlängelten sich durch das junge Erdreich, füllten Seen und Meere.
Über der jungen Welt stand Eldra – die Sonne, deren Licht die Oberfläche wärmte und das Leben weckte. Zwei Monde kreisten um sie – Luneth, silbrig hell, und Morai, dunkler, bläulich, fast violett – und beide leisteten ihr auf ihrer Bahn um Eldra Gesellschaft.
Doch auch etwas anderes floss durch alles, durchdrang den Boden, flirrte durch die Luft, glomm in den Nebeln, badete im Licht und weckte das, was noch schlief.
Magie.
Myratha war geboren.
Sie wartete. Still und perfekt im Gleichgewicht.
Und der Funke brannte hell in ihrem Inneren.
Ein riesiger Ozean breitete sich aus, umspannte die Welt – blau, kühl und klar. Aus seiner Mitte erhob sich ein einzelner Kontinent, mächtig und namenlos.
Im südlichen Binnenland, zwischen Hügeln und weiten Wiesen, lag ein fruchtbares Land, durchzogen von Bächen und kleinen Wäldchen, die sich bis zu einer Landzunge am Meer erstreckten. In einem versteckten Tal, wo das Wasser nie stillstand, sprudelte ein Quell über moosbedeckte Steine – Prillith. Sein Glitzern legte sich auf Felsen und Gras, und diesem Glitzern entsprangen die Klirn, klein, mit kurzen, spitzen Ohren, strubbeligem Haar und wachen Augen. Sie waren flink, neugierig und voller Bewegung – und um sie herum tanzte das Licht wie kleine, quecksilbrige Tröpfchen. Mit Händen, die nie stillhielten, begannen sie zu bauen, zu tüfteln, zu verbessern, was ihnen begegnete. Sie hörten den Klang von Wasser, Rädern und Dampf – und fanden darin ihren eigenen Takt. Ihre Werkstätten wuchsen aus Stein und Holz, verschraubt mit Ideen und versiegelt mit Neugier. Sie lebten dicht beieinander, lachten viel, stritten leise – und vergaßen nie, wie alles begann.
Im Westen, bis hin zum Meer, zogen sich lichte Laubwälder über die Ausläufer des Vorgebirges. Das Land wurde grün, frisch und lebendig. Zwischen den kleinen Bergen, dort, wo sich Wälder in ein ruhiges Tal senkten, zogen sich Flüsse durch das Land. Das Wasser schimmerte zwischen den Bäumen und der Boden war weich, dunkel und fruchtbar. Der erste Sonnenstrahl, der Myratha je berührte, traf die Krone des mächtigen Baumes Ilyathar. Aus dem Licht, das durch seine Blätter fiel, entstanden die Lunari – wachsam, naturverbunden, mit klaren Augen und dem feinen Gehör für das, was wächst, ruht und sich verändert. Sie wanderten durch das grünende Land, barfuß und still, lauschten dem Wind, folgten den Pfaden der Tiere und richteten ihre Behausungen dort ein, wo Bäume sie willkommen hießen. Wo sie gingen, blieb die Erde unversehrt. Ihre Spuren verwuchsen mit Moos, und die Wälder nahmen sie auf – nicht als Fremde, sondern als Teil ihres Kreislaufs.
Im Nordwesten ragten felsige Gebirge auf, bewachsen von uralten Wäldern. Moos bedeckte das Gestein, dichte Baumkronen verdeckten den Himmel, und Nebel füllten die Täler, als wollten sie das Land in Schweigen hüllen. In den Schatten dieser Berge, zwischen den Bäumen, hob sich ein gewaltiger Felsen aus der Erde – Tor Drok. Und als das erste Grollen durch das Gebirge fuhr, brach etwas aus ihm hervor. Aus Stein und Erde wurden die Korlok geboren – groß, pelzig, mit breiten, kräftigen Schultern, einem bärenhaften Antlitz und dem Herzschlag der Berge in ihrer Brust. Sie trugen die Kraft des Felsens, die Ruhe des Nebels und die Stille der alten Bäume in sich. Ihre ersten Schritte hallten wie Donner, aber sie blieben. Sie bauten keine Städte, sondern Stätten – tief in den Fels, breit in den Wald. Sie lebten in Clans, die einander trugen, stritten mit Ehre und feierten mit Liedern und Flammen. Ihre Geschichten wuchsen wie Wurzeln – langsam, stark, und nie allein.
Weiter im Osten erstreckte sich das Land sanft bis zum Meer. Grüne Hügel erhoben sich in der Landschaft, Wiesen leuchteten unter jungem Licht. Glitzernde Bäche sprangen über Steine, mächtige Flüsse wanderten durch die Ebenen, auf der Suche nach dem Meer. Dort, wo Wasser, Licht und Erde sich berührten, wurden die Menschen geformt – aus dem fruchtbaren Boden, durch die Strahlen der Sonne, durch Eldra selbst. Sie standen auf – neugierig, suchend, bereit, ihren Platz zu finden. Sie wanderten über das junge Land, folgten den Flüssen, bauten ihre ersten Feuer an den Ufern. Sie waren verschieden – in Haar, in Haut, in Stimme und Blick –, aber verbunden durch denselben Anfang. So wuchsen die Menschen in die Welt: neugierig, unvollkommen, lernfähig – und stets auf der Suche nach sich selbst.
Im Südosten war das Land flach, offen, beinahe leer. Gras wuchs in fahlen Tönen, das Licht war schärfer dort. Der Boden war salzig vom Wind, die Luft trocken, und das Wasser schmeckte nach Metall. Zwischen den fahlen Ebenen und dem offenen Meer zog sich eine lange Landzunge ins Wasser. Dort, wo die Gezeiten alles nahmen und kaum je etwas zurückließen, lag Oroth – ein einzelner, goldfarbener Klumpen, schwer und fest in den Sand gedrückt. Er war das Einzige, was das Meer nicht wieder zurückforderte. Und aus diesem Ursprung, geboren aus Salz, Licht und Entschlossenheit, zwischen Gischt und Glanz, entstanden die Thalrakar. Groß, drahtig, mit spitzen Ohren und schmalen Augen, geboren mit dem Blick für Wertvolles und dem Instinkt, es vor allen anderen zu finden. Sie wurden Händler, Seefahrer, Karawanenführer, Taktiker – und was als Gabe begann, wurde ihr Weg.
Aus Prillith, dem Ursprung der Klirn,
aus Ilyathar, dem Baum der Lunari,
aus dem Stein von Tor Drok, der die Korlok gebar,
aus Eldras Licht, das die Menschen weckte,
und aus Oroth im Meer, wo die Thalrakar sich formten –
aus all dem entstand Myratha.
Und so nahm sie Gestalt an – durch ihre Kinder, durch das, was sie wurden.
Die Welt war bereit. Und das Leben hatte begonnen.

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✦ Sirka ✦
Sirka wächst als Waise in einem Waisenhaus der Thalrakar auf – einem Volk von Händlern und Seefahrern, für die Wohlstand und Ansehen den höchsten Wert besitzen.Als Sirka von einer reichen Familie aufgenommen wird, scheint sich ihr Schicksal zu wenden. Doch mit einem neuen Namen kommen Erwartungen, Rollen und Verpflichtungen, die wenig Raum für eigene Entscheidungen lassen. Sirka erkennt, dass sie in ein Leben gedrängt werden soll, das nicht ihres ist. Sie widersetzt sich. Mit Klugheit, Mut und der Unterstützung einer ungewöhnlichen Freundin sucht sie ihren eigenen Weg – jenseits von Status und starren Regeln. Dabei entdeckt sie eine Kraft in sich, die ihren weiteren Weg prägt.
Sirka ist ein Kurzroman aus Myratha – die Geschichte eines Mädchens, das ihren eigenen Weg beschreitet und ihren Platz in dieser Welt findet. 📘 Erhältlich bei Amazon für Kindle und Kindle Unlimited*
Stand per: 02. Februar 2026
✦ Lira & Borun ✦
Borun, ein alter Korlok und Meister der Erzählkunst, zieht durch das Land, um Erinnerungen zu bewahren. Doch als ihm die junge Lira zur Seite gestellt wird – neugierig, wortreich und voller Fragen – beginnt eine Reise, die mehr ist als nur ein Weg von Dorf zu Stadt. Gemeinsam durchqueren sie Länder, Dörfer und Städte, begegnen Klirn, Lunari und Thalrakar, erleben Feste, Geheimnisse und die Kraft der Magie, die zwischen den Dingen lebt. Und während Lira lernt, was es heißt, Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern sie zu spüren, beginnt auch Borun zu begreifen, dass Erinnern allein nicht genügt – man muss weitergeben, was lebt. Eine Geschichte über das Erzählen, das Zuhören – und die Magie, die in Worten wohnt.Das Buch ist noch nicht erhältlich, aber die Reise hat bereits begonnen.
Stand per: 22. Dezember 2025